Kraftvolle Pflanzen im Juni + Rezepte

Kraftvolle Pflanzen im Juni

Nun im Juni erstrahlt alles in einem satten Grün. Die Zeit von Waldmeister, Bärlauch und Knoblauchsrauke ist endgültig vorüber, und die ersten typischen Sommerkräuter machen sich auf den Wiesen breit. Ich wohne ja inmitten einer sehr artenreichen Blumenwiese, und es ist total erstaunlich zu sehen, wie viele Arten sich einen Quadratmeter teilen. Übers Jahr verteilt wachsen und gedeihen auf ein und derselben Fläche sicherlich zehn verschiedene Kräuter und Blumen – jede hat ihre spezielle Zeit.

Die Schafgarbe

Eine meiner absoluten Lieblingsheilpflanzen reckt sich grade in die Himmel und bildet ihre Blütenprosse aus: die Schafgarbe (Achillea millefolium). In meinem April-Blogbeitrag habe ich schon von ihr geschrieben, aber ich halte sie für so wichtig und wunderbar, dass ich sie jetzt in ihrer Blütezeit nochmals erwähnen möchte. An den ersten warmen Standorten findest Du sie schon in Blüte. An kühleren Plätzen dauert es noch ein bis zwei Wochen.

Schafgarbe

Ihr Duft erinnert ein bisschen an Kamille und Potpourri – insgesamt sehr würzig und kraftvoll. Es lohnt sich, einige Blüten an einem sonnigen Tag zu ernten, wenn ihr Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist. Dann hast Du einen wertvollen Vorrat für die Wintertage, denn die Qualität, die Du selbst frisch ernten kannst findest Du sonst selten. Ein bis zwei Blüten auf eine halben Liter Wasser (oder, wenn Du magst, konzentrierter) hat schon vielen bei Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen oder Menstruationsbeschwerden geholfen. Sie macht den gesamten Stoffwechsel runder und harmonischer, so nehme ich sie wahr. Die Schafgarbe ist während meiner Fastenwanderwochen praktisch immer das Mittel erster Wahl, weil sie so vielfältig hilft. Sowohl bei der typischen Fastenmigräne in den ersten Tagen, als auch bei Sodbrennen, Darmproblemen oder Menstruationsbeschwerden hilft sie oft rasch und nachhaltig. Wenn Du sie lieber pur oder im Smoothie magst, ist das natürlich auch super.

Hier kannst Du mehr über die Schafgarbe lesen.

Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren – leckere Früchte – und was noch?

Hast Du auch schon die ersten Walderdbeeren genascht? Die Wildformen unserer Gartenfrüchte schmecken besonders aromatisch, und haben auch ihre Nährstoffe auf kleinstem Raum konzentriert. Auch die ersten Himbeeren werden bald reif. Beerenfrüchte haben eine viel höhere Vitamin- und Antioxidantienvielfalt als das Plantagenobst, was Du im Supermarkt findest. Und nicht nur die Früchte sind essbar – auch ihre zarten, obersten Blätter kannst Du einfach mit in den Smoothie geben. Sowohl Erdbeer-, als auch Himbeer- und Brombeerblätter wirken adstringierend (das heißt, zusammenziehend und entwässernd). Eine sehr gute Wahl bei Durchfall also – aber falls Du zu Verstopfung neigst, sei etwas vorsichtig mit der Menge. Durch ihre wertvollen Bitterstoffe sind sie wieder ein ideales Fastenbegleitkraut. Und da ja viele von uns intermittierendes Fasten praktizieren, ist es auch ein guter Morgen- oder Abendtee, um den Körper bei seinen Stoffwechselvorgängen zu unterstützen.

Erdbeeren

Meine Mutter hat mir für mich (und weil ich dann so begeistert war auch für meine Fastengruppen) im Frühjahr, immer einen sehr feinen, wohlschmeckenden Tee zusammengestellt:

  • Frisch gesammelt, jeweils zu gleichen Teilen (auch zum trocknen geeignet): Walderdbeerblätter, Himbeerblätter, junge Tannenwipfel, Minze, Melisse
  • Dieser Teeaufguss ist erfrischend und schmeckt auch abgekühlt und verfeinert mit frisch gepresstem Zitronensaft einfach köstlich! Er wirkt reinigend und harmonisierend.

Das echte Johanniskraut

Noch ein Pflänzchen, das zum Juni gehört, ist das echte Johanniskraut (Hyperikum perforatum). Die ersten Blüten blitzen uns hier und da schon entgegen. Seine Hauptblütezeit erreicht es aber meist rund um dem Johannistag (23. Juni.), bzw. zur Sommersonnenwende am 21. Juni. Es blüht dann meist bis in den Spätsommer hinein.

JohanniskrautSchon Paracelsus wies auf die Heilkraft von Johanniskraut hin: »Es gibt keine andere Arznei in allen Rezepten, die ohne Schaden und ohne Zufälle so gut und ganz heilt wie diese Perforata. Es ist nicht möglich, dass eine bessere Arznei für Wunden in allen Ländern gefunden wird.« Hildegard von Bingen bezeichnete Johanniskraut als „Arnica der Nerven“.

Du erkennst das echte Johanniskraut an den perforierten Blättchen. Wenn Du sie gegen den Himmel hälst, siehst Du die kleinen Löchlein (Öldrüsen).

Der namensgebende Wirkstoff im Johanniskraut heißt Hypericin, der sowohl antibiotisch, als auch antidepressiv wirkt. Er ist auch der Stoff, der das „Rotöl“ (das aus den Blüten gewonnen wird) rot färbt. Du kannst Rotöl sehr einfach selbst herstellen. Dazu musst Du nur an einem sonnigen Tag eine Hand voll Blüten ernten und in 200 ml Öl (z.B. Mandelöl) an einem sonnigen Platz, zum Beispiel südseitig ausgerichtetem Fenster, eine Woche stehen lassen. Dieses Öl hilft lindernd bei Sonnenbrand und Nieren Verbrennungen, kleinen Schürfwunden, Quetschungen und wirkt stimmungsaufhellend. Du darfst es aber nur abends auftragen, denn es macht die Haut lichtempfindlich.

Wenn Du einen Tee aus den Blüten machen willst: hier gilt das gleiche, er sollte nur abends getrunken werden, und eher im Winter, wenn die vom Johanniskraut eingefange Sonnenkraft mehr gebraucht wird, als im Sommer, wenn sie uns ganz natürlich die Tage erwärmt und erhellt.

So wünsch ich Dir nun viel Freude in den Wiesen beim Kräuter erkunden – Rezepte für die Verarbeitung findest Du in vielen Internetforen, und es gibt natürlich auch wunderbare Bücher, wo Salben-, Tinktur- und Ölrezepte gesammelt sind. Viel Spaß dabei und einen schönen Juni!

Deine Simone

PS. Hier erfährst Du, was beim Sammeln von Pflanzen zu beachten ist.

 

 

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