Kraftvolle Pflanzen im Juli

Kraftvolle Pflanzen im Juli Jetzt steht der Sommer in voller Blüte! Rund um meinen Wagen flattern hunderte von Schmetterlingen von Blume zu Blume - der Duft, der in der Luft liegt, ist schwerer als im Juni, die meisten Gewürzkräuter blühen auch jetzt gerade. Eines davon werde ich deswegen auch vorstellen, es ist sehr wertvoll an jedem trockenen Standort - aber dazu gleich mehr...

Malve

Im Mai habe ich Euch die Linde als eine Vertreterin der Malvengewächse vorgestellt. Nun blühen lauter kleine Verwandte von ihr: die Wegmalve, die Rosenmalve, die Muschusmalve, Stockrose, Hibiscus und viele andere Malvenarten stehen gerade in prachtvoller Blüte.

Genau wie die Linde besitzen auch sie viele bekömmliche Schleimstoffe, die unserem Organismus gut tun. Du kannst die Blätter für Deinen Smoothie ernten, mit den Blüten Deinen Salat oder Desserts verzieren, oder, als kleine Kraftspender unterwegs, die noch nicht ausgehärteten, zarten Samenkapseln pflücken und naschen. Als Zugabe für Rohkostpuddings wirken sie bindend und sorgen für die typisch wabbelige Puddingkonsistenz. In Kriegszeiten, in denen die Lebensmittelversorgung schlecht war, hat man den Kindern einen Brei daraus gekocht. Roh genossen sind ihre Enzyme und Vitalstoffe noch aktiv.

Alle Malven haben ein sehr mildes, samtiges Aroma und sind besonders gut für Smoothies geeignet, die man Menschen servieren möchte, die sonst eher Abstand von Chlorophyll halten. Kombiniert mit reifem Obst ergeben sie leckere, gesunde Vitalstoffmixe, die keinen „störenden“ Eigengeschmack besitzen.

Luzerne

LuzerneDie Luzerne ist eine Kleeverwandte, die ausdauernd wächst, sehr tief wurzelt und damit der größten Hitze trotzt, den Boden verbessert und eine große Bereicherung für jeden Garten ist. Sie geht (wie der Klee) eine Symbiose mit gewissen Knöllchenbakterien ein und kann so Stickstoff aus der Bodenluft sammeln, der bei absterbenden Pflanzenteilen dann wiederum verfügbar für unsere Kulturpflanzen wird (die meist diese Fähigkeit nicht haben). Man spricht deshalb bei dieser Familie, den Leguminosen (in die auch Klee, Erbsen, Bohnen und Wicken gehören) von Gründüngung. Die Luzerne blüht gerade in Blau- und Lilatönen, und bietet zahlreichen Insekten Nahrung.

Du kennst Luzerne wahrscheinlich unter einem anderen Namen, nämlich Alfalfa. Alfalfasprossen bekommst Du vorgekeimt oder als Keimsaat in praktisch jedem Bioladen. Die Sprossen sind super Kraftpakete. Wenn Du sie selbst keimen magst, wundere Dich nicht: sie bilden nach einem Tag beim Keimprozess Schleim, den Du einfach auswaschen kannst. Keime solltest Du sowieso zweimal täglich durchspülen, es gibt extra Sprossengläser und Anleitungen zum Keimen. Der Name Alfalfa kommt aus dem arabischen und bedeutet „gute Nahrung“.

Jetzt im Juli kannst Du die blühenden Spitzen der frischen Pflanze draußen ernten, oder, wenn sie schon gemäht wurde und nachwächst auch die Blätter. Sie bereichern jeden grünen Smoothie und Salat. Ihr Geschmack ist leicht erbsenähnlich. Luzerne kräftigt Haare und Nägel – Pferdezüchter wissen das schon lange und setzen Sie gezielt als Futterpflanze ein. Sie wirkt verjüngend und entgiftend auf den gesamten Organismus und enthält fast alle essentiellen Aminosäuren.

Dost / Wilder Majoran / Oregano

DostDiese andauernde, trockenresistente Pflanze blüht und duftet gerade auch noch da, wo alle anderen Blütenpflanzen in großer Trockenheit schon erschöpft aufgegeben haben. Dost gehört zu den Lippenblütlern, einer Pflanzenfamilie, die unsagbar wertvoll für unsere Insekten ist, die wir momentan besonders unterstützen sollten. Solange Glyphosat und Co. noch nicht komplett verboten sind, hilft jede Wildwiese weiter, Arten überleben zu lassen. Dieses Kräutlein duftet sehr aromatisch und ist eine beliebte Gewürzpflanze. Du kennst den Geschmack vielleicht von Pizza oder ( veganer) Leberwurst – das ist typisch Oregano.

Nicht nur zum Würzen eignet er sich, sondern auch als verdauungsfördernder, krampflösender, husten- und schmerzstillender Tee. Mit dem in voller Sonne geernteten Kraut kannst Du auch Kräuterkissen bestücken, sie wirken nervenberuhigend und gegen Depressionen und Traurigkeit, wenn Du darauf schläfst. Dem Smoothie gibt der Dost einen mediterranen Pfiff – und passt auch zu Gazpacho, einer kühlenden, erfrischenden kalten Suppe, die Du auch im Mixer zubereiten kannst.

Brennnesselsamen

BrennesselsamenJetzt ist die Zeit der Brennnesselsamenernte! Die Blätter der Brennnessel haben jetzt in ihrer Kraft und Farbe nachgelassen – die Power steckt nun in den weiblichen Pflanzen – und dort in den Samen! Du kannst sie ernten und frisch in Smoothie und Salat genießen, oder für den Winter als Salatbeigabe oder Kräutersalzzusatz trocknen. Sie enthalten sehr viele Mineralien und wirken, wie die Brennnessel auch, blutreinigend. Da sie eine andickende Wirkung haben wie Spinat oder Chia kannst Du auch einen gesunden Rohkostpudding damit fabrizieren, indem Du sie mit einem Lieblingsobst und etwas Wasser im Mixer pürierst.

Nimm beispielsweise drei reife, weiche Pfirsiche, gut zwei Hand voll Brennnesselsamen und mixe diese mit 200 ml Wasser. Fülle die Masse anschließend in zwei Dessertschälchen und stelle sie eine Stunde kalt. Du kannst das Ganze auch direkt genießen, der Pudding ist dann nur weniger fest. Dekoriere Dein Dessert mit Minze oder Melisse. Guten Appetit!

Ich wünsche Dir viel Freude Beim Seele baumeln lassen in der Natur – genieß den Sommer!

Deine Simone

PS. Hier erfährst Du, was beim Sammeln von Pflanzen zu beachten ist.

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