Corona-Verdacht

Corona-Verdacht – und plötzlich ist es ganz nah

Oft fängst Du erst dann an, Dir  Gedanken über etwas zu machen, wenn es auf einmal vor Dir steht oder ganz nah an Dich heranrückt. Von weitem lässt sich immer gut darüber philosophieren, jeder diskutiert, jeder hat seine Meinung, jeder denkt „mich trifft es nicht“, aber dennoch wird die Anspannung im Umfeld größer – wo war der doch noch gleich beim Skifahren? – jeder ist froh, wenn Corona weit weg ist.

Und dann kommt vor gut 3 Wochen – es war die Woche vor dem Start des Kontaktverbots –  der Anruf einer Freundin, mit der wir am Wochenende  gemeinsam gekocht, gegessen und gelacht haben. Dort, wo sie arbeitet, ist ein positiver Corona-Fall aufgetreten, sie wurde gerade getestet. Natürlich ist sie aufgelöst, sie macht sich Sorgen um alle, die sie vielleicht angesteckt hat, die ganze Welle, die jetzt losgetreten wird. Ich beruhige sie und sage, ist ja alles nicht so wild, ein bisschen Quarantäne wäre mir grad recht, Homeoffice mag ich sowieso lieber, wird schon. Erstmal alles regeln, im Büro Bescheid geben, freiwillige Quarantäne einleiten.

Nicht greifbar…und doch besitzergreifend

Es ist irgendwie surreal, dieses „nicht-greifbare“ Virus ergreift auf einmal Besitz von meinem Leben. Es kommen viele Gefühle hoch, allen voran das Gefühl ausgeliefert zu sein.

Es schleicht sich die Angst ein, was wenn ich doch nicht so fit bin, wie ich dachte, wenn mein Immunsystem sich nicht so gut wehren kann, was wenn es bei meinem Mann schlimm wird. Mir fällt seine schwere Lungenentzündung vor vielen Jahren ein. Auf einmal läßt Du Dich von etwas anderem bestimmen, hast das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.

Außer Warten bleibt Dir nichts… wirklich nicht?

Wir haben viele Möglichkeiten, natürlich muss ich warten, ob der Test bei meiner Freundin positiv ist. Aber es ist unsere Entscheidung, ob wir in die Angst hineingehen, oder ob wir sie wahrnehmen, anschauen und respektieren, dass da auch etwas sein darf, wie Ungewissheit, ein mulmiges Gefühl. Ist nicht das ganze Leben voller Ungewissheit? Wir glauben, dass wir die Dinge steuern, im Griff haben, aber wenn wir ehrlich zu uns sind, dann ist das ja ohnehin nur eine Illusion.

Was wir nicht verlieren sollten, ist das Vertrauen in uns, in das Leben und in die Dinge, die es noch bereithält. Natürlich müssen wir „abwarten“, aber wir sind nicht „ausgeliefert“, wir haben alle Möglichkeiten, auch oder vielleicht gerade in dieser Situation etwas für uns, unser Immunsystem und unseren inneren Halt zu tun.

Ein Schritt nach dem anderen

Oft ist es das Beste, einen Schritt nach dem anderen zu tun. Welchen Sinn macht es, mich verrückt zu machen, solange ich nicht weiß, ob es einen konkreten Grund dafür gibt. Also habe ich versucht, mich darauf zu konzentrieren, was in dieser Corona-Verdachtssituation hilfreich für mich ist.

Mein Immunsystem stärken ist das erste, was mir einfällt, mit den Tips von Simone zum Beispiel (Keine Zitronen mehr?).

Dann habe ich – ganz im Sinne der Psychosomatik – darüber nachgedacht, wie das denn so ist mit meinem Kommunikationsverhalten, mit nicht ausgetragenen Konflikten – generell und speziell auf der Kommunikationsebene (Lunge)? Sind da „schwelende“ Konflikte? Wem möchte ich was husten und tu’s nicht? Wie ist es um meinen Austausch bestellt, dem Geben und Nehmen (Einatmen, Ausatmen)? Wie ist es mit der Luft, sind da Dinge, die mich einengen, mir die Luft nehmen? Was habe ich, was mich wirklich atmen und leben lässt, was sind meine Ziele, meine Träume?

Neben diesen Überlegungen habe ich angefangen, mich über Corona zu informieren. Eine Angst ist nicht wirklich greifbar.  Wenn wir die Situation besser verstehen, sie einordnen können, dann kann die Angst zurückgehen. Ich habe viel gelesen – aber auch hier ist das richtige Maß wichtig –, Berichte angeschaut, mir meine eigene Meinung gebildet, möglichst viele verschiedene Quellen angezapft, um ein breites Bild zu bekommen.  Wem kann ich glauben, wem will ich glauben?

Meine Freundin ist negativ getestet worden, aber Corona ist präsenter denn je. Was sich bewährt hat und was ich mir bewahrt habe für diese und andere Situationen, in denen ich mich hilflos und ausgeliefert fühle:

  • Ich vertraue auf mich und mein Bauchgefühl.
  • Ich informiere mich über viele verschiedene Quellen, um ein breites Bild zu bekommen.
  • Ich übernehme die Verantwortung für mich, meine Gesundheit, mein Leben.
  • Ich versuche hinter die Dinge zu schauen, hinter meine Gewohnheiten, meine Glaubenssätze, meine Ängste, um sie zu verstehen und vielleicht langsam zu verändern.
  • Ich gehe einen Schritt nach dem anderen, es zählt das Hier und Jetzt.

Wir alle wissen nicht, was die Zukunft uns bringt, aber wir können das beeinflussen, was JETZT ist, wie wir uns JETZT fühlen.

Lasst Euch nicht von der Angst anstecken und überrollen, übernehmt Verantwortung für Euch und Eure Gesundheit auf allen Ebenen. Wir sind nicht hilflos ausgeliefert, es gibt viel, was wir tun können.

Alles Liebe

Barbara

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