Gedanken zu Corona

Gedanken zu Corona

Am 17. Mai 2013 änderte sich mein ganzes Leben auf einen Schlag. Ich stand gegen 5 Uhr auf, als EDVler hat man immer dringend was zu programmieren, öffnete die Schlafzimmertür und stand vor einer schwarzen Wand aus Rauch. Nur raus hier, dachte ich, hielt mir ein Tuch vor’s Gesicht und flüchtete über den Balkon. Mein Nachbar alarmierte die Feuerwehr und wir versuchten zuerst noch das Feuer, das jetzt durch die geöffnete Balkontür Sauerstoff bekam und hell loderte, mit dem Gartenschlauch zu bekämpfen – natürlich vergeblich. Die Feuerwehr konnte eigentlich nur verhindern, dass das Feuer auf die Nachbargebäude übersprang. Und so verbrachte ich die nächsten Stunden damit, zuzusehen, wie mein Haus bis auf die Grundmauern niederbrannte. Geblieben von meinem vorherigen Leben war mir ein T-Shirt, eine Jogginghose und ein Pantoffel, der andere war beim Sprung vom Balkon verloren gegangen. Die Bank kassierte die Versicherungssumme, das Haus war zu hoch verschuldet, und so hatte ich im wahrsten Sinne des Wortes gar nichts mehr. Es war wirklich alles weg.

Aber ich hatte doch etwas sehr, sehr Wertvolles behalten: Meine Mitmenschen! Die Hilfsbereitschaft war überwältigend. Meine Familie, meine Freunde, meine Nachbarn und selbst wildfremde Mitbürger, die durch die Presse und einen Spendenaufruf vom Rathaus auf mein Schicksal aufmerksam gemacht wurden, halfen mir völlig selbstlos.

Warum schreibe ich das Ganze gerade jetzt in der Corona-Krise?

Nun, ich mache es kurz: Ich bin der festen Überzeugung, dass mir damals das “Schicksal” einen gehörigen Tritt in den Hintern gegeben hat. Wie lange hatte ich mich geweigert, der Tatsache ins Auge zu sehen, dass ich mich mit dem Haus übernommen habe und in völliger Selbstüberschätzung und ohne Rücksicht – auch auf die seelische – Gesundheit jahrelang versucht habe, das Haus zu halten. Eigentlich war das Feuer eine Gnade – Ich war frei und konnte wieder neu beginnen.

Wenn ich nun die Corona-Krise betrachte, drängt sich mir der Gedanke auf, ob das Schicksal nicht der ganzen Menschheit “in den Hintern treten” will. Und möchte Euch dazu anregen, die erzwungene Einkehr und auch Selbstreflexion zu nutzen, darüber nachzudenken, was für Euch im Kleinen und für die Menschheit im Großen vielleicht für einen wirklichen Neustart notwendig wäre. In diesem Sinne werden wir uns hier in den nächsten Tagen weiter melden und freuen uns, wenn wir ein paar Anregungen geben können und das gerne in einem angeregten Austausch mit Euch.

20180602 FIFA Friendly Match Austria vs. Germany Jogi Löw 850 1386Übrigens – ich glaube, dass ich diesen “Tritt” nicht allein verspüre, schaut mal hier… (Jogi Löw auf einer Pressekonferenz, ab Minute 15)

Alles Liebe – bleibt gesund

Hajo

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