Advent

Gedicht Vier Kerzen

Vier Kerzen brannten am Adventskranz.
Es war ganz still.
So still, dass man hörte,
wie die Kerzen zu reden begannen.

Die erste Kerze seufzte
und sagte: “Ich heiße FRIEDEN.
Mein Licht leuchtet, aber
die Menschen halten keinen Frieden,
sie wollen mich nicht.”
Ihr Licht wurde immer kleiner
und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte:
“Ich heiße VERTRAUEN und
bin am verletzlichsten.
Aber so hat es keinen Sinn mehr,
dass ich weiter brenne.”
Ein Luftzug wehte durch den Raum
und die zweite Kerze war aus.

Leise und sehr traurig meldete sich
nun die dritte Kerze zu Wort:
“Ich heiße LIEBE.
Ich habe keine Kraft mehr zu brennen.
Die Menschen stellen mich an die Seite.
Sie sehen nur sich selbst und nicht
die anderen, die sie lieb haben sollen.”
Und mit einem letzten Aufflackern
war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind in das Zimmer.
Es schaute die Kerzen an und sagte:

“Aber, aber ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!”

Und fast fing es weinen an.

Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort.
Sie sagte: “Hab keine Angst!
Solange ich brenne, können wir auch
die anderen Kerzen wieder anzünden.
Ich heiße ZUVERSICHT!”

Mit einem Streichholz nahm das Kind
das Licht dieser Kerze und
zündete die anderen Kerzen wieder an.

Autor unbekannt

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