Werde Waldmeister

Waldbaden ist gesund

Vor einigen Wochen bei einer Fahrradtour auf den Schauinsland, den Hausberg von Freiburg: Der Waldmeister begann zu blühen. Das war ziemlich früh in diesem Jahr, aber wir hatten hier im Süden ja auch schon einige sehr warme Tage. Je nach Standort und Witterungslage blüht Waldmeister von April bis Juni, so besteht in nördlicheren Gefilden sicher noch einige Zeit die Chance, das Kraut vor der Blüte, also zum besten Erntezeitpunkt zu finden.

Und was macht man mit oder aus Waldmeister? Am bekanntesten ist sicherlich die Maibowle als erfrischendes Getränk bei fröhlichen Festen. Auch gibt es unzählige Rezepte zu Limonaden und vor allem Süßspeisen.

Ein bisschen vorsichtig sollte man sein, wenn man Waldmeister verwendet. Er enthält Cumarin, das bei übermäßigem Verzehr zu Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen führen kann. Wie so oft, macht auch hier die Dosis das Gift oder das Heilmittel. Keine Sorge, man müsste das Kraut schon pfundweise futtern, um unerwünschte Wirkungen zu erleben.

Viel mehr wird Waldmeister schon von alters her in der Naturheilkunde verwendet. Und hier wirkt das Kraut u.a. genau gegen die Beschwerden, die es bei übermäßigem Verzehr erzeugen kann: Gallen und Leberprobleme, Unpässlichkeiten des Verdauungstraktes und bei vielem mehr. Viel mehr Infos und Rezepte findest Du im Internet. Selbst als Viagra-Vorläufer wurde Waldmeister benannt. P. A. Matthioli empfahl im 16. Jahrhundert die Wurzel des Waldmeisters zur "Erlangung der Unkeuschheit". Dies berichtet Torsten Purle auf der sehr lesenswerten Seite kraeuter-buch.de, wo Du noch einiges mehr über das Kraut finden kannst.

Doch jetzt zu meinem eigentlichen Anliegen:

Ich möchte Dir ans Herz legen, selber "Waldmeister" zu werden. In der jetzigen Zeit wird ja so oft behauptet, wir könnten nichts gegen den Corona-Virus tun, außer auf einen Impfstoff zu warten. Was glaubst Du? Wer hat bessere Überlebenschancen, wenn er mit dem Virus in Kontakt kommt? Der gemütliche Dicke mit Bluthochdruck, der beim sonntäglichen Schweinegrillen gerne ein, zwei Bierchen zischt oder derjenige, der den Sonntag für einen Waldspaziergang nutzt? Ich glaube jeder, wirklich jeder (selbst der Griller) gibt hier intuitiv dieselbe Antwort. Und warum? Weil wir ganz tief drinnen in uns wissen, was gut für Körper, Geist und Seele ist, wir müssen es nur wiederentdecken.

Die Japaner sind uns da, zumindest beim Thema "Wald" ein wenig voraus. So haben sie in den vergangenen Jahren den Begriff Waldbaden (japanisch Shinrin-yoku) etabliert. Was heißt das? Das man so oft wie möglich mit all seinen Sinnen den Wald erfahren sollte. Und so gibt es aus Japan medizinische Studien, die die vielfältigen Wirkungen des Waldbadens erforscht und dokumentiert haben.

Die gute Nachricht: Du musst diese Studien nicht lesen oder kennen. Mache einfach so bald wie möglich einen Waldspaziergang und erlebe direkt selber, was Bum-Yin Park (Wissenschaftler am Center for Environment, Health and Field Sciences der Universität Chiba in Japan) beschreibt:

Schon beim Anblick des Waldes sinkt Dein Blutdruck, der Puls verlangsamt sich und die Konzentration des Stresshormons Kortisol im Blut sinkt. Der präfrontale Cortex, der Teil des Gehirns, der uns ermöglicht, hochkonzentriert zu arbeiten, entspannt und erholt sich. Dies bestätigt auch Gregory Bratman, der an der Stanford-Universität die Wirkung des Waldes auf den Menschen erforscht.

Du nimmst die unterschiedlichsten Gerüche auf. Das sind Terpene, Duftstoffe, mit denen die Bäume mit ihrer Umwelt kommunizieren. Dies machen sie zum Beispiel, um Nutzinsekten anzuziehen, wenn sie von Schädlingen befallen sind. Oder sie warnen damit andere Bäume, ihre chemischen Abwehrstoffe zu erhöhen, wenn Fressfeinde drohen.

Diese Terpene gehören zu den Phytonziden, die Dr. Qing Li, Professor an der Fakultät für Medizin an der Universität Tokio, erforscht. So hat er Probanden in den Wald geschickt und vorher und nachher die Anzahl der Killerzellen im Blut gemessen. Nach nur einem Tag war die Anzahl der Killerzellen um 40% gestiegen, nach dem zweiten Tag um 50%.

Um nun meine Frage zu variieren: Was meinst Du, wer hat wohl bessere Chancen gegen Viren: Ein Schreibtischhockerorganismus oder ein Waldspaziererorganismus mit 40% mehr Killerzellen, mit denen der Körper sogar nachweislich Krebszellen bekämpft? Natürlich meine ich nicht, dass Du mit Waldbaden jetzt jegliche Infektionsgefahr gebannt hast und Du nur einmal die Woche einen Waldspeziergang machen musst, um bis zum Lebensende gesund zu sein. Aber es erhöht nachweislich die Chance. Und das ist es doch allemal wert.

Also - werde Waldmeister

Genieße es, völlig natürlich Dein Immunsystem zu stärken und den vermeintlich drohenden Virengefahren die Stirn zu bieten. Und wenn Du noch mehr machen möchtest, lese, bevor Du aufbrichst, unsere weiteren Blogs zu dem Thema oder geb einfach mal bei der Suchmaschine Deines Herzens "Natürlich das Immunsystem stärken" ein. Klar gibt es da auch Werbung, wie Du ein doppeltes Herz bekommen kannst, aber auch unzählige gute Tipps. Und wenn Du mit der Lektüre durch bist (nicht zu lange surfen, besser ab in den Wald), kommst Du vielleicht mit mir zu dem Ergebnis, wie man alles ganz einfach zusammenfassen kann:

"Beweg Dich, am besten in der Natur, ernähre Dich vernünftig, am besten mit Peace-Food und lächle."

Schon Buddha hat gesagt: "Lächle und die Welt verändert sich". Auch ein ganz wichtiges Thema in der heutigen Zeit. Deshalb gibt es dazu einen eigenen Blogbeitrag.

So - und jetzt stell Dir einfach mal vor, Du bist im Wald und lächelst: Das ist ja kaum auszuhalten.

Mach es trotzdem!

Alles Liebe - werde Waldmeister und bleib gesund

Hajo

P.S.: Der nächste Wald ist zu weit weg? Google mal! Überall, wo Du auf Google-Maps tiefgrüne Flecken rund um Deinen Wohnort siehst, ist Wald. Versprochen! Und dann rufe mal den Routenplaner auf und lass Dir eine Fahrradroute von Deinem Wohnort bis zum nächsten Wald berechnen. Staune, wie schnell Du da sein kannst und dann aber los...

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